Los geht die Tour morgens um 7 bei -15°C am Parkplatz der Pederühütte (1.540 m), erreichbar von St. Vigil in Enneberg. Wir schnallen uns die Tourenskier an die Füße und wandern entlang der breiten Forststrasse Richtung Fanesalm. In zahlreichen Serpentinen erreichen wir eine Hochebene, hier wird der Weg flacher und langsam lacht auch die Sonne hinter den Berggipfeln hervor. Weiter geht es taleinwärts Richtung Fanesalm, für unseren Geschmack ist der Forstweg hier abschnittsweise viel zu flach. Das Gebiet ist aber wirklich eindrucksvoll und der Weg gesäumt von schroffen Felsgipfeln. In gleichmäßigem Schritt erreichen wir die Faneshütte (2.069 m) und auch das oberhalb der Hütte gelegene Limojoch, das nächste Etappenziel, ist schon in Reichweite. In einigen etwas steileren Kehren erreichen wir schließlich auch das Joch (2.172 m) - hier genießt man ein wirklich tolles Panorama über das Fanesgebiet, Neuner, Zehner, Pareispitze und viele andere Gipfel.
Auch unser Ziel ist in der Ferne bereits zu sehen - der kleine Felszahn zwischen Furcia Rossa und Ciampestrin. Weiter geht es in südliche Richtung, und zwar bergab, mit einem Höhenverlust von ca. 100 hm zu einer weiteren Hütte (Felle abziehen ev. ratsam). Hier ist der Felszahn und der Bivacco della Pace schon deutlich zu sehen und sie scheinen näher, als sie in Wirklichkeit sind. Wir wandern weiter durch das Vallon Bianco und halten uns stetig rechts, im Angesicht der Ciampestrin-Felsen. Auch hier nimmt das bergauf- und bergab kein Ende und das hügelige Gebiet verlangt Ausdauer.
Nur langsam rückt der Monte Castello näher und schliesslich trennen uns nur noch einige Spitzkehren vom Biwak des Friedens. Endlich wird das Gelände etwas steiler und so auch besser begehbar. Nach etwa 4 h 15 min ist es soweit und wir blicken am Fuße des Monte Castello über den Kamm Richtung Cortina und die Tofanen. Nach einer Essenspause im (eiskalten) Biwak brechen wir auf und wedeln durch das breite Hochtal, gefüllt mit gepresstem Pulver. Mit viel Schwung versuchen wir, das Auf und Ab zu überwinden, es bleibt uns aber nicht erspart, für den Anstieg zum Limojoch wieder die Felle aufzuziehen.
Nach einer Stärkung an der Faneshütte fahren wir auf dem Forstweg Richtung Ausgangspunkt, der Weg ist teilweise aber so flach, dass man kaum vorwärts kommt. (Achtung, Rodler unterwegs!) Irgendwann kommt der Schwung zurück und wir kurven mit 1.300 hm in den Beinen zum Ausgangspunkt zurück.
Hinweis: landschaftlich sehr eindrucksvoll, jedoch sehr lange Skitour. Vallon Bianco mitunter lawinengefährdet, aktuelle Bedingungen erfragen! Orientierung bei Schlechtwetter schwierig, abzuraten. Das Ziel ist, nicht wie üblich ein Gipfel, sondern ein Kamm am Fuße des Gipfels mit herrlicher Aussicht. Der lange Marsch lohnt sich vor allem, wenn das Kar unterhalb des Gipfels mit Pulver gefüllt ist.
Autor: BS
Falls Sie diese Skitour machen möchten, informieren Sie sich über die aktuellen Bedingungen, Schnee- und Wetterlage sowie Lawinengefahr. Gründliche Planung, technische Ausrüstung (LVS-Gerät, Lawinenschaufel und Sonde) sowie detailliertes Kartenmaterial unerlässlich!.
Startpunkt: Pederühütte (1.540 m), (Pederü/St. Vigil in Enneberg)
Entfernungen zum Startpunkt: von St. Vigil 12 km: von Lienz 96 km , von Toblach 49 km, von Bruneck 26 km, von Sand in Taufers 40 km, von Mühlbach 38 km.
Charakter: Panoramatour, technisch wenig anspruchsvoll, aufgrund von Streckenlänge und hügeligem Gelände anstrengend.
Aufstiegszeit: 4-5 h
Höhenunterschied: 1.300 hm
Einkehrmöglichkeiten: Faneshütte
Erlebt: März 2009
Infos bei: Tourismusverein St. Vigil in Enneberg, Tel.: Tel.+39 0474 501 037, E-mail: info@sanvigilio.com