Fanes-Sennes Runde, 2009

Fanes-Sennes-Runde

Die Fanes-Sennes-Runde zählt zu den eindrucksvollsten MTB-Touren der Alpen und ist eine sportliche Herausforderung für jeden Biker.

Gestartet wird diese Tour normalerweise bei der Pederühütte (1.548 m), erreichbar von St. Vigil in Enneberg. Wer die ohnehin schon anstrengende Tour aber verlängern möchte, kann auch von St. Vigil in Enneberg starten. Wir haben uns für diese Variante entschieden und das schöne Tamerstal auf dem Sattel zurückgelegt.
Gut aufgewärmt (früh morgens im Juli bei nur 4° C nicht so leicht) beginnen wir bei der Pederühütte den eigentlichen Aufstieg über eine durchwegs gut fahrbare und kehren-reiche Schotterstraße. Nach einigen anstrengenden Höhenmetern können wir auf einem etwas flacheren Wegstück kurz verschnaufen, bevor es in stetiger Steigung weiter geht bis zur Faneshütte auf 2.060 m. Keine Zeit zum Einkehren, weiter geht es über ein paar Kehren zum Limojoch auf 2.170 m Meereshöhe. Diese 110 hm haben es wirklich in sich und nicht alle schaffen es, sich auf diesem Teilstück auf dem Bike zu halten: Schieben ist angesagt - zum ersten, aber nicht zum letzten Mal! Ein Blick zurück aber genügt, um neue Motivation zu tanken: die Landschaft im Gebiet des Naturparks Fanes-Sennes-Prags ist wirklich gigantisch und entlohnt und für unsere sportlichen Mühen.

Endlich am Limojoch angekommen ist es doch Zeit für eine Pause, bevor wir gestärkt und am grün schimmernden Limosee vorbeiradelnd die erste (für Biker mit wenig Fahrpraxis relativ schwere) rauschende Abfahrt beginnen. Durch das Fanestal (immer demselben relativ breiten Weg folgend) geht es 10 km und 800 hm nach unten - Achtung, grober Schotter und Steine sowie oftmals relativ steile und rutschige Abschnitte erfordern eine gute Fahrtechnik. Ein Stein am falschen Platz kann schnell zum Verhängnis werden, haben wir gemerkt…

Viele schöne Plätze am Wegesrand laden zum Verweilen ein, doch wir haben noch einen steinigen Weg vor uns und so fahren wir weiter. Ein Stopp am schwindelerregenden Ponte Alto (1.380 m) ist dennoch ein Muss!
Nach der dritten Brücke (oder nach 28 km gemessen ab St. Vigil) biegen wir links auf einen Schotterweg ab - die Straße geradeaus führt übrigens nach Cortina d’Ampezzo. An dieser Weggabelung rüsten wir uns für den zweiten Aufstieg - nach einigen 100 m erreichen wir einen Parkplatz und fahren hier auf eine für den Verkehr gesperrte Asphaltstraße Richtung Ra Stüa - ein Blick nach oben reicht vollkommen, um zu erahnen, dass auch dieses Teilstück ein schweißtreibendes sein wird! Schliesslich war es weniger schlimm als es aussah und wir schafften auch diese Hürde.

Am 1668 m hoch gelegenen Rifugio La Stüa legen wir eine weitere kurze Pause ein, bevor wir den letzten und wohl härtesten Abschnitt in Angriff nehmen. Rund 450 hm trennen uns noch vom (Mittagspausen-)Ziel, der Sennes-Alm - doch dieser Weg schüttelt auch die härtesten Biker vom Rad: steiles Gelände und Steine bzw. Geröll machen den Weg beinahe unbefahrbar und so bleibt uns nichts anderes übrig als erneut zu Schieben, und zwar eine ganze Weile :-)! Rechts zweigt ein Weg zur Seekofelhütte ab, wir bleiben auf dem Weg Richtung Senneshütte (2.126 m), die wir nach langem Ringen doch erreichen.

Neben dem leckeren Essen sind hier wohl die lustigen Schweinchen die größte Attraktion. Glücklich über den geschafften Aufstieg und den gefüllten Magen machen wir uns auf in Richtung Pederü. Über Beton und Schotter, vorbei an den Vodara-Vedla Hütten, geht es mit einer Neigung von furchterregenden 21% und zahlreichen Serpentinen auf einer Militärstrasse aus dem 1. Weltkrieg zurück Richtung Pederü - kein Spaß für schwache Nerven - aber man kann ja auch schieben :-). Abschließend noch gemütliches Ausrollen nach Pederü und dann war die Tour geschafft, und wir auch!

Hinweis: landschaftliche Traumtour durch den Naturpark Fanes-Sennes-Prags und den Parco Naturale delle Dolomiti d’Ampezzo, der Weg ist gesäumt von mächtigen Felswänden, Bächen und Wiesen. Fahrtechnisch - sei es im Aufstieg als auch bergab - schwierige Tour und sehr gute Kondition und Ausdauer erforderlich!

Autor: BS

Falls Sie diese Radtour machen möchten, informieren Sie sich bitte über die aktuellen Bedingungen noch einmal vor Ort!

Startpunkt: St. Vigil in Enneberg, oder Parkplatz Pederühütte (12 km von St. Vigil)
Entfernungen zum Startpunkt St. Vigil: von Lienz 84 km, von Toblach 37 km, von Bruneck 17 km, von Sand in Taufers 32 km, von Mühlbach 33 km
Wegnummer: 10/11, Hinweisschilder Faneshütte, Rifugio Ra Stüa, Sennes-Hütte
Fahrtzeit: ca. 4 - 5 h (ab Pederühütte), ca. 5 - 6 h ab St. Vigil
Strecke: 56 km ab St. Vigil, 33 km ab Pederühütte
Höhenunterschied: 1.450 hm (Start Pederühütte), 1.780 hm (bei Start in St. Vigil)
Einkehrmöglichkeiten: Pederühütte, Faneshütte, Rifugia Ra Stua, Senneshütte
Fahrbahnbelag: 28 km Schotterstraße/Forstwege, 5 km Asphalt (ab Pederühütte)
Anmerkung: die 1.450 hm täuschen - aufgrund der steilen Streckenabschnitte, Schiebepassagen und den technisch nicht einfachen Abschnitte ist die Tour nicht zu unterschätzen!
Schwierigkeit: sehr schwierig
Erlebt: Juli 2009
Infos bei: Tourismusverein St. Vigil in Enneberg, Tel.: Tel.+39 0474 501 037, E-mail: info@sanvigilio.com


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